Im Laufe der Jahrhunderte sind in dem Amt Landeck, wie Landau festgestellt hat, eine Anzahl Ortschaften und Höfe, entweder durch Kriege zerstört oder von ihren Bewohnern verlassen worden, auch vollständig ausgestorben und somit nach und nach von selbst verfallen. Das Verlassen dieser Wohnstätten dürfte durch Missernten, allzu großen Wildschaden und nicht zuletzt durch die Pest. Hungersnot und Seuchen, wie solche in den Jahren 1273 und 1356 im Hessenland geherrscht haben, hervorgerufen worden sein und die Bewohner von ihrer Scholle vertrieben haben. Am schlimmsten hat wohl die im Jahre 1347 in ganz Europa verbreitete Pest gewirkt. In Hersfeld starben an dieser Krankheit, die man den schwarzen Tod nannte, 3000 Personen. Ganze Dörfer in Hessen starben aus, die Erbschaften wurden nicht angetreten, die Ländereien lagen brach und so kam es, dass sie zum Teil angepflanzt wurden und nach und nach in Staatseigentum übergingen, wie wir dieses im Buchwald und Stöckich sehen.

Die eingegangen Dörfer und Höfe sind folgende:

  1. Ertail – Erthal (Rittergut Ehrenthal)
  2. Ichenhausen, welches 1332 Ithenhausen genannt wurde. Im Jahre 1481 verschrieb Heinrich von Reckerod alle seine Güter, gelegen im Gericht Landeck, nämlich zu Ronpach, Hillertshausen und Ichenhausen Kranis und seine Gerechtsame an dem Achich, dem Abte zu Hersfeld, dieser gab 1492 „dn“ Wustungen Hyllertshausen und Ichenhausen auf 26 Jahre gegen einen jährlichen Erbzins an vier Bauernfamilien.– In der Gemarkung Hillertshausen gibt es heute noch eine Bezeichnung „im Eschig“, womit das vorhin genannte Achich gemeint ist. Ichelshof ist heute noch eine Gemarkungsbezeichnung hinter Landershausen, nahe der Reckeroder Grenze.
  3. Kohlhausen, mitten zwischen Ransbach und Unterbreidbach. 1578 wohnte eine Familie dort. Die „Kahlhäuser Wiese“, südlich der Roppertshöhe, bezeichnet den Ort, wo der Hof, welcher im 30jähr. Krieg zerstört wurde, gestanden hat. Das heutige Kohlhausen, unter dem Soisberg, wurde als Ersatz für den verwüsteten Hof von den einstigen Bewohnern dessekben aufgebaut.
  4. Mark. Die Wüstung, genannte die Mark, grenzte an die Feldmark Ransbach, lag 1000 Schritte südlich dieses Dorfes und war 1543 schon Wüstung. Die Gemarkungsbezeichnung Mark besteht heute noch. (In einiger Entfernung, an der Straße von Ransbach nach Mannsbach, hat nun Kpitän Huberts in den 1890er Jahren ein Herrenhaus mit Wirtschaftsgebäuden gebaut, einige Waldparzellen abgeforstet und betreibt dort eine blühende Landwirtschaft, er nennt diese Siedlung „Hohenrod“.)
  5. Milnrode, 1000 Schritte nordwestlich Motzfeld, oben am Beginn des Milnröder Grundes (Mellerod), an der Straße nach Friedewald. Bis zur Verkoppelung wurden noch vielfach Mauerreste von den Häusern des Dorfes gefunden.
  6. Moppers, 2600 Schritte östlich von Ransbach. Die Bezeichnung besteht heute noch.
  7. Rebenrode wird 1518 eine Wustung genannt. – Die Gemarkung Reberod, in der Nähe von Wüstfeld, erinnert noch an dieses Dorf. Die Gemarkung scheint sich auch weiter ach dem Buchwald hin ausgedehnt zu haben, denn die Sattelform in dem Kiefernbestand hinter dem Forsthause bei Wüstfeld lässt deutlich darauf schließen, dass dieses alles Ackerland gewesen ist. Das Dorf dürfte zu denjenigen Wohnstätten gehört haben, die ausgestorben bezw. Verlassen worden sind, die Ländereien sind dann später von dem Staat übernommen und angepflanzt worden. Die Feldeinschnitte in das Waldgebiet hinter Wüstfeld lassen vermuten, dass die Bewohner zum Teil ihre Ländereien behalten bezw.  Dem Staat nicht ohne weiteres überlassen haben. Das Dorf hat vermutlich auf dem sogenannten Hirtzsprung gestanden, denn es sind dort beim Umroden gelegentlich der Verkopplung verschiedene Mauerreste und ein  eingemauerter Ofen gefunden worden. An den ziemlich steilen Abhängen des Hirtzsprung ist jedenfalls Wein gepflanzt worden, da die Bezeichnung „Rebenrod“ doch nur vom  Weinbau abgeleitet sein kann.
  8. Riebolderode. Im Jahre 1487 gab Abt Wilhelm von Hersfeld einem Einwohner von Schenklengsfeld die Egker, als vil si der runrn und roen werden, die dem Stift Hersfeld zustehen, gelegen zu Ribolderode. – Ob es das heutige Rimmerode ist, hat sich nicht feststellen lassen, 1608 bestanden die beiden Höfe unter diesem Namen. Allerdings wurden dieselben bis vor einigen Jahre von zwei Familien Riebold bewohnt, es wäre demnach nicht ausgeschlossen, dass ein Irrtum bezw. Eine Verwechslung des Geschichtsforschers vorliegt, besonders, da der Familienname mit dem Ortsnamen gleichlautend ist.
  9. Meintz. Im Jahre 1314 im Amt Landeck gelegen, gehörte Heinrich von Heringen.
  10. Wilmans wird bereits 1340 als Wüstung bezeichnet.
  11. Zimmers, südöstlich von Ransbach (das Zimmersfeld).
  12. Müngers, früher Mimgrams, auch Imgrams, genannt, ein großes Dorf rechts an der Mündung des Hüttenbaches in die Solz, auf dem sogenannten Dorfacker unterhalb der Friedewälder Brücke. Im Jahre 1349 war dasselbe noch bewohnt. In späteren Jahrhunderten hat man dort noch einen Altarstein, Ziegelstücke und Kohlen ausgegraben. Noch vor einigen Jahren hat der Landwirt Lotz in Malkomes dort ein Stück von einem Altarstein sowie einige Ziegel= und Mauerreste ausgegraben. In Malkomes nannte man das Dorf „Engermeß“.
  13. Abt Volpert zu Hersfeld gab 1502 einen Struch zu Stege gelegen, von Konrad Corbiers Rodt, unten an bis an den Weg der von Thalhusen nach Werßhusen gehet, zwischen dem von Rumroda und Lengisfelt, an Hans von Fulda, also das er denselben Struch roden, runen und segen und zu einer Wesen machen soll.
  14. Kranis wird 1481 noch genannt.
  15. Luterus. Die von Landeck wurden vom Abte Berthold von Hersfeld mit dem, was syn han zum Luterus, Holtz und Felt um was darzu gehorit, irsucht und unersucht, belehnt.
  16. Emz, so wird 1314 ein Dorf genannt.
  17. Heckenhausen lag dicht an der Grenze des Gerichtes Schildschlag, nördlich Wippershain, und war 1592 noch bewohnt. – Im Volksmund wird erzählt, dass über dem Dorf Dünkelrode im Waldbezirk „Alter Keller“, wo vor längeren Jahren noch verschiedene Mauerreste vorhanden waren, die Dünkelstadt gestanden haben soll. Es ist aber in der Geschichte nirgends etwas zu entdecken, was auf das einstige Vorhandensein dieser Stadt hindeuten könnte, wohl aber ist der obigen Lagebezeichnung gemäß mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, dass das genannte Dorf an besagter Stelle, also da, wo die Mauerreste waren, gestanden hat. Der Buchenwald soll in früheren Jahrhunderten schon bis zum Kniebrecher in Ackerland umgerodet gewesen sein. Ein Beweis dafür, dass bis zum Hüttenbach bestellbares Land und freies Feld gewesen ist, sind die heute noch dort vorhandenen Wiesen, welche jetzt im Besitze von Wippershainer, Malkomeser und Dünkelröder Landwirten sind. Damit nun der Forstfiskus in Zukunft in dem großen Buchenwald ungestört ist, hat man gelegentlich der Verkopplung der Dünkelröder Landwirte waren, auf Wunsch dem Forstfiskus zugemessen. Als Ersatz hierfür ist oberhalb des Dorfes eine größere Waldfläche abgeholzt worden, die zu Ackerland umgerodet werden soll. Der Tausch ist vielleicht kein ungünstiger, jedoch die saftigen Wiesen werden nicht zu ersetzen sein und das Dorf hat an Wiesen bisher wie so keinem Überfluss gehabt.
  18. Humundseich war ein Dorf in der Nähe Schenklengsfeld und ist zu dessen Kirche eingepfarrt. Nachdem jedoch Abt Heinrich von Hersfeld eine Kirche daselbst erbaut, bewirkte er beim Bischof Emmerich von Würzburg, dass dieser am 28. Mai 1141 das Dorf Humundseich, auch Hamendeich und Hamyndeich genannt, von der Parochialverbindung mit der Kirche in Legsfeld befreite. Im Jahre 1312 wurde der Ort noch genannt. Da von fast alle eingegangenen Ortshaften stets noch einige Spuren zurückgeblieben, und sei es auch nur eine Gemarkungsbezeichnung, die darauf hinweist, so ist von Humundseich in der Umgebung von Schenklengsfeld doch nicht der geringste Anhaltspunkt zu finden; man möchte daher zu der Vermutung neigen, dass dieses Dorf das heutige Hilmes gewesen ist. Humundseich ist war 1312 noch genannt worden, ob es aber zu dieser Zeit noch bestanden hat, kann nicht festgestellt werden. Hilmes dagegen ist im Jahre 1367 zum ersten Male genannt, es ist anzunehmen, dass um diese Zeit das Dorf wieder aufgebaut und nach dem Erbauer desselben, einem Manne namens Hildemanns, genannt worden ist. Wollte man Humundseich mit der vermeintlichen Dinkelstadt in Verbindung bringen, so fehlt dazu jeglicher Zusammenhang. Weder eine Waldbezeichnung noch irgendein anderer Anhaltspunkt im Buchwald lassen darauf schließen, dass das Dorf dort kann gestanden haben. Ein Dorf, das eine eigene Kirche hat, muss doch schon ziemlich bedeutend gewesen sein und eine größere Feldmark besessen haben, da jedoch der Flächeninhalt der angrenzenden Gemarkungen verhältnismäßig klein ist, so kann nur das Dorf Hilmes in Betracht kommen. Außerdem dürfte die Selbständigkeitserklärung vom 28. Mai 1141 mit der Entstehung des Schlosses Landeck, das in diesem Jahrhundert erbaut sein soll, in Zusammenhang zu bringen sein. Bekanntlich bestehen verschiedene Sagen, die darlegen, dass die Herren und Damen des Schlosses sehr viel für die Kirche in Hilmes getan haben, es liegt daher sehr nahe, dass der damalige Bischof den Herren von Lengsfeld zu Liebe die Kirche in Hilmes oder damals „Humundseich“ von der Parochialverbindung mit der Kirche in Schenklengsfeld befreite, um ihr eine Selbstständigkeit zu verleihen. Auch aus der neueren Zeit ist von dem Untergang einer Mühle zu berichten, nämlich er Feldmühle. Diese ist Anfang dieses Jahrhunderts verkauft, die Grundstücke aufgeteilt und die Gebäude abgebrochen worden. Der Grund und Boden ist eingeebnet und es ist kaum noch festzustellen, wo diese Jahrhunderte alte Mühle gestanden hat. In dieser Mühle sind vor hundert Jahren – während der Kriegszeit, in welcher sich allerlei Gesindel herumtrieb herum trieb – eines Abeds Räuber eingebrochen. Der Müller war in der Mühle und schloss sich ein. Oben auf der Len in der Stube saß ein Schneider bei seiner Arbeit. Als er das merkwürdige Geräusch draußen vernahm, glaubte er, es seien Katzen und rief Kätz! Kätz! Er wurde aber bald eines anderen belehrt und schloss sich rasch ein, auch versperrte er die Türe, sodass es für die Räuber längere Zeit bedurfte, das Hindernis zu überwinden, um in die Stube zu gelangen. Inzwischen war der Müller durch eine Hintertür heimlich entschlüpft und nach Schenklengsfeld gelaufen, um die Bewohner zur Hilfe zu rufen. Diese rückten sofort aus mit allen möglichen Mordwerkzeugen, wie Heugabeln, Mistgabeln, Sensen, Dreschflegeln, Wagenrungen, sogar mit Gewehren und es kam mit den Räubern zur regelrechten Schlacht, wobei die letzteren den Kürzeren zogen und im Dunkel der Nacht verschwanden.