Die Dörfer desselben werden, wie Professor Arnold schreibt und wie auch ich zum Teil selbst aus den Urkunden im Archiv zu Marburg festgestellt habe, in der Schichte schon vor vielen Jahrhunderten genannt. Das älteste Dorf nach Schenklengsfeld dürfte Motzfeld sein, es hieß früher: Mutesfelt (br. S. Lulli). Es folgen nun die Dörfer:

Landershausen (Landershusen) genannt 1196 nach Personen. In der Landecker Mundart: Lahnderschhuse.

Ransbach (Rampsbach) genannt 1221 nach Personen. In der Landecker Mundart: Ronsbich.

Hillartshausen (Hidradishusen) genannt 1263 nach Personen. In der Landecker Mundart: Höllertshuse.

Wüstfeld (Wostenfeld) genannt 1340 nach dem Gelände. In der Landecker Mundart: Wößfähld.

Malkomes genannt 1349 nach Personen. In der Landecker Mundart: Mahlkomes.

Ausbach (Usbach) genannt 1361 nach Tieren. In der Landecker Mundart: Usbich.

Hilmes (Hildemundes=Haus) ganannt 1367 nach Personen. In der Landecker Mundart: Hölmes.

Schenksolz (Schenkin-Solza) genannt 1367 nach dem Bachh. In der Landecker Mundart: Solz.

Lampertsfeld (Lempirtsfelte) genannt 1367 nach Personen. In der Landecker Mundart: Lahmerschfähld.

Wehrshausen (Werishusen) genannt 1371 nach Personen. In der Landecker Mundart: Währschhuse.

Oberlengsfeld ( oberes Lengsfelt) genannt 1371 nach Lengsfeld: In der Landecker Mundart: Öberlenscheld.

Konrode (Cunrode, Conrode) genannt 1392 nach Personen. In der Landecker Mundart: Korrod.

Unterweisenborn (Wiesenborn) genannt 1401 nach Brunnen. In der Landecker Mundart: Wisseboun.

Rimmerode genannt 1486 nach Personen. In der Landecker Mundart: Römmerod.

Röhrigshöfe (Röhres) genannt 15. Jahrh. nach Pflanzen. In der Landecker Mundart: Rühres.

Dinkelrode genannt nach Pflanzen. In der Landecker Mundart: Dainkelrode.

Kahlhausen (Kohlhausen) genannt nach Bodenbenutzung. In der Landecker Mundart: Kaohlhuse.

Das Kloster Creuzberg ( Philippsthal) wurde schon in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts erbaut, eine Siedelung hat jedoch dort seit fünf Jahrhunderten bestanden. Im Jahre 1180 kam dasselbe zum Stifte Hersfeld. Von dieser Zeit ab sin eine Anzahl Urkunden vorhanden, deren kurzen Inhalt ich hier folgen lasse. 1191. 12. November. Papst Celestinus nimmt das Kloster Creuzberg in seinen Schutz, führt es in den Orden ein und befiehlt, dass die von besagtem Kloster von den Königen und Fürsten erlangten Güter bei demselben bleiben sollen. 1250. 22. September. Papst Innozentius IV. ordnet auf Bitten der Äebtissin und des Covents des Nonnenklosters Creuzberg an, dass der Erz-Bischof zu Mayntz bis in besagtem Kloster vorgehende Simonie bestrafen soll. (Simonie ist die Erwerbung eines geistlichen Amtes gegen Geld. Dieselbe hatte im Mittelalter einen die Kirche verwüstenden Umgang angenommen). 1257. 16. Januar. Papst Alexander IV. nimmt das Kloster Creuzberg in Schutz. 1279. 18. Februar. Abt Heinrich von Hersfeld bekennt, dass er mit Einwilligung des Decani Henrici der Kirche zu Namsbach (Ramispach) den Verlauf der dem Kloster Creuzberg gehörigen Hufen Land in Ramispach, mit ihren Zugehörungen und den Gütern von Reinboldo pincernade Lengisfelt, in Ludernhusen gelegen, vollzogen habe. 1299. 21. März hat Papst Boinifacius VIII. die dem Kloster Creuzberg von seinen Vorgängern erteilten Freiheiten und Privilrgirn konfirmiert. 1313. 31. Dezember. Verkauf einer Hufe (ungefähr 40 Morgen) Land in Ramspach. 1315. 14. Februar. Burgmann Heinricius de Heringen giebt mit Einwilligung seiner Erbe dem Kloster Creuzberg, zum Heil seiner Seele, die Erbfolge seiner drei Hufen in Ramspach und eine in Memmes, so von dem Stift Hersfeld zu Lehen gegeben, nicht nur sein Consenz, sondern erteilt auch die Gemeinde Bekräftigung den Convents zu Hersfeld. 1329. 3. Februar. Urkunde betr. Der Gemeinde Ludenhausen an das Kloster Creuzberg. 1330. 29. September und 1358. 15. August. Desgl. Der Gemeinde Ramspach an dasselbe. 1361. 15. November. Urkunde über Abgaben des Dorfes Usbach – Urspach (Ausbach) an das Kloster. 1364. 19. August. Die Zahl der Klosterjungfrauen wurde vom Abt Johannes von Hersfeld auf 110 festfesetzt. Es wurde deshalb einem größeren Anwachsen vorgebeugt, damit die Einkünfte des Klosters nicht verringert würden. 1367. 1. August. Urkunde über Abgaben des Dorfes Hildemenas – Hildemundes (Hilmes) über die jährliche Gülde an das Kloster Creuzberg bezw. Des bei dem Dorfe gelegenen Klostergutes desselben. Die Abgaben bestanden aus: 4 Viertel Korn, 2 Viertel Weizen, 7 Viertel Hafer (1 Viertel = 16 Metzen). 1387. 8. Juli. Schenkin – Solza. Abt Reinhard zu Hersfeld bekennt, dass er mit Bewilligung des Dechands und dem ganzen Convent bewalten Stifts, der Äbtissin Frau Metzin in Creutzberg, 13 Schillinge groschengeldes guter Kreutzeger Groschen jährlichen Gülte, aus all ihrer Gülte, so besagtes Stift Hersfeld in seinen 2 Dörfern Schenkinsulza und Lempirsfelte hätten, vor 130 Schillinge Kreuzer – Groschen wiederverkäuflich, verkauft habe. 1399. 13. August. Urkunde von Heimboldeshausen – Himboldshausen), wonach die Bauern dort zum Kloster Creuzberg jährlich 2 Gulden zu zahlen hatten. 1438. 28. November. Heringen. Urkunde betr. Abgaben an das Kloster Creuzberg, 7 Viertel Hafer (Vächer Maaßes) 38 Groschen deren einer 3 Pfg. gilt, 4 Michelshühner, 2 Gänse, 2 Fastnachtshühner, 1 Metze Mohns und 2 Geschock Eier. Die Urkunde über die Vorkommnisse, Verwaltung und Gerechtsamen des Schlosses Creuzberg führen bis zum Jahre 1648. Im 30 jähr. Kriege hat die Vogtei Creuzberg nur vier Besitzer verloren. Im Jahre 1673 gab es daselbst noch 18 Haushalte, und zwar 6 Bauern und 12 Hintersiedler. Die letzteren mussten für das fürstliche Vorwerk mit Geschirr und mit der Hand frohnen; die landwirtschaftlichen Arbeiten und ebenso die Arbeiten für das Kloster mussten sie zu jeder Zeit ausführen, wie sie ihnen befohlen wurden. Im Jahre 1685 räumte Landgraf Carl seinem Bruder Philipp das Kloster Creuzberg als Fürstensitz ein. Von diesem Zeitpunkt ab führte es den Namen Philippsthal.