Das Amt Landeck unter Sachsen und die Rückgabe an Hessen.

Das Amt Landeck sollte sich jedoch nicht lange seiner Zugehörigkeit zu Hessen erfreuen, denn Kursachsen machte Gebietsansprüche an das Hanau-Münzenbergischen Lande, und so wurde das Amt Landeck durch Vertrag vom 12. April 1736 an Sachsen abgetreten. Die Grafen von Hanau, welchen das Amt Landeck als Lehnsherren übertragen worden war, waren ausgestorben. Sehr lange sollte indessen das Amt Landeck unter Sächsischer Oberhoheit nicht bleiben, denn schon am 24. Dezember 1724 wurde ein Vergleich geschlossen, wonach das Amt Landeck und Amt Frauensee vorerst auf zwanzig Jahre, wiederverkäuflich für 350 00 Thaler, und durch einen weiteren Vertrag vom 28. September 1743 erblich und auf ewige Zeiten für eine noch zugelegte Summe von 150 00 Thaler von Hessen zurückgegeben wurde. In diesem Vertrag wurde jedoch festgesetzt, dass das Land die Kursächsische Verfassung beibehalten und nur in gewissen Fällen dem Fürstentum Hersfeld unterstellt sein solle. Das Amt sollte als ein neu erkauftes Land angesehen werden, jedoch bezüglich der obersten Gerichte, Polizei und anderen Sachen der Kanzlei Hersfeld unterstellt sein; der Beamte war angewiesen, den dortigen bezüglichen Anordnungen Folge zu leisten. Der Oberamtmann in Hersfeld hatte sich der an ihn herantretenden Fälle anzunehmen, wodurch immerhin eine gewisse Abhängigkeit vorhanden war. So wurde das Amt Landeck auch, wie die anderen zum Fürstentum Hersfeld gehörigen Ämter, zu allen Kosten, außer den Dienstsachsen, mit beitragen. Die Unabhängigkeit oder die Beibehaltung der eigenen Verfassung machte sich besonderes bei den Zünften in Hersfeld zum Beitritt nicht gezwungen werden, es gingen vielmehr die wichtigsten Zunft- und andere Sachen unmittelbar an die Regierung nach Kassel. Akten hierüber befinden sich im Archiv zu Marburg.